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Kopie und Detail aus der alten Urkunde die im Marburger Archiv liegt  .

CODEX EBERHARDI  II  FOLIO 115 VERSO
 
Die ersten Sätze des lateinischen Textes lauten:
Noverint omnes Christi fidelesa, quod Heinricob imperatore presente et permittente concambium
factum est inter abbatem Fuldensem et Cunradum comitem. Dedit abbas, quicquid habuit in
Meinbrahteshus(en) et in Affeltren et in Steinbah, predicto comiti.

 
Die deutsche Übersetzung lautet:
Alle Christgläubigen sollen wissen, dass in Gegenwart und mit Erlaubnis des Kaisers Heinrich ein Tausch zwischen dem Abt von Fulda und dem Grafen Konrad abgeschlossen worden ist. Der Abt hat dem genannten Grafen all das übergeben, was er in Meimbressen (Meinbrahteshusen), Affoldern (Affeltren) und Steinbach (Steinbah) besessen hat.
 
Hinweis:
Affoldern und Steinbach sind Orte im Waldeckischen (Steinbach ist wüst).
schul
Etwas zur Geschichte von Meimbressen
 
MEINBRACHTESHUSEN
Der Name Meinbra(c)hteshusen kann sprachlich nichts anderes bedeuten als "Haus des Meinbracht".
Man muss deshalb annehmen, dass Anfang des 10. Jahrhunderts ein wahrscheinlich fränkischer Adliger namens Meinbracht ein "Festes Haus", vermutlich auf der Höhe der heutigen Kirche besaß, an das sich dann weitere, bescheidenere Wohnstätten in Holzbauweise angliederten. Ob Meinbracht ein Lehnsmann oder Ministeriale der Konradiner war und wie sich die Herrschaftsverhältniss hier damals entwickelt haben, ist nicht überliefert.
Der Historiker Hermann von Roques vermutet, dass das auch in den Kaufunger Stiftsstatuten genannte Dorf Meimbressen "ein Bestandteil" des Königshofes Kassel war, den Kaiser Heinrich der 11. im Jahre 1008 seiner Gemahlin, der Heiligen Kunigunde, und damit dem ihr gehörigen Kloster Kaufungen schenkte. Noch ein Jahrhundert später wird dann in einer Urkunde von 1107 eine Villa juris regii membrasteheim dicta, also ein Königshof genannt.

 
NUR WENIGE QUELLEN ERHALTEN
Es ist schwierig, die Geschichte einer unbedeutenden kleinen deutschen Landgemeinde durchgehend darzustellen, vor allem die Jahrhunderte bis zum Dreißigjährigen Krieg und die Kriegsjahre selbst. Nur sehr wenige Quellen sind aus diesem Zeitraum noch erhalten. Die seltenen, auf Dörfer bezogenen frühen Urkunden des Mittelalters sind meist ohne einen Zusammenhang, oft schwer verständlich, ungenau, widersprüchlich und damit verschieden interpretierbar. Zudem enthalten sie manchmal offensichtliche Schreibfehler. Urkunden dieser Zeit wurden von Mönchen meist lateinisch auf- oder abgeschrieben, wobei es eine einheitliche Schreibweise noch nicht gab. Der Buchdruck wurde erst um 1400 erfunden.
 
IM STAATSARCHIV MARBURG
Im Falle Meimbressens, wo die Entwicklung des Dorfes über Jahrhunderte lang mit der Geschichte der dort ansässigen Adelsfamilie eng verflochten war, ist die Quellenlage etwas günstiger. Die Urkunden des Grundherrengeschlechts Wolff von Gudenberg im Staatsarchiv Marburg sowie die mündliche Überlieferung innerhalb dieser Familie bieten auch für die Entwicklung des Dorfes manche wichtigen - wenn auch lückenhaften - Fakten und Hinweise.
 
DIE JÜDISCHE GEMEINDE
Eine weitere Tatsache, die die Meimbresser Ortsgeschichte von der anderer Dörfer unterscheidet, ist die seit dem 14. Jahrhundert nachweisbare Existenz einer verhältnismäßig großen jüdischen Gemeinde, die dort - wahrscheinlich durchgehend - bis 1938 bestand.
 
NACH DEM DREIßIGJÄHRIGEN KRIEG
Während im Jahr 1585 das Dorf Meimbressen 50 Haushaltungen gezählt hatte, war es trotz der Verluste des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1747 auf 57 Haushalte angewachsen, wahrscheinlich auch durch die zugewanderten polnischen Juden.
Anno 1740 hatte das Dorf 296 Einwohner, und 1773 waren es bereits 362 Seelen.
Wer waren die Menschen und wie sah ihr Leben damals in einer kleinen nordhessischen Landgemeinde aus?
Fragen, die wir heute leider nicht mehr beantworten können.

 
 
DIE WEHRKIRCHE VON MEIMBRESSEN
Zur Baugeschichte der alten Wehrkirche von Meimbressen gibt es kaum Belege. Aber überliefert ist, dass sie im Jahr 1794 grundlegend umgebaut wurde. Dabei hat man leider einen steinernern Bogen, romanisch oder gotisch, der wahrscheinlich das jüngere Kirchenschiff vom Chorraum im älteren Turm trennte, abgebrochen. Weiter sind vermutlich damals die hohen Rundbogenfenster anstelle kleinerer gotischer Fenster in die massiven Mauern eingebaut worden. Auch das Eingangsportal wurde neu gestaltet, und ältere Arkaden, die heute noch deutlich zu erkennen und eigentlich ungewöhnlich an einem dörflichen Kirchenbau sind, wurden an beiden Seiten zugemauert.
 
LEHNSLEUTE DES ERZBISTUMS MAINZ
Gesichert aber ist, dass nach unserem Dorf sich dann später die dort wohnenden Herren: de (von) Meinbrachtessen,
de Meinbrechtessen, de Meynbrechtessen, de Meynbrechtsen und de Meinbressen sowie de Meymeressin nannten.
Es waren Lehnsleute des Erzbistums Mainz. Zu welchem Adelsgeschlecht sie gehörten, ist unbekannt, da sie ja, wie damals üblich, lediglich die Bezeichnung ihres jeweiligen Wohnsitzes als Familiennamen führten.
MBORE
MBGR
Orsb
MBGRAF
Eine alte Ansicht der ersten Grundschule des Ortes, neben der Kirche.
schrft
Alte Handschriftliche Eintragung
aus dem Jahre 1747
MBgrafik
Urkunde
Meimbressen hat eine über 1100 jährige Geschichte
Reste der Burganlage Schartenburg (Deteilansicht vom Turm), zu den weiteren Fotos »
Wandern
DSC_2400
Blick von Ehrsten auf den Ort
Baustelle
ACHTUNG
BAUSTELLE »

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